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Herero und Nama Völkermord

Herero und Nama Völkermord - 5.0 out of 5 based on 1 vote
Deutsch-Südwestafrika, Herero-Aufstand Bundesarchiv, Bild 183-R18799 / Unknown / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons Deutsch-Südwestafrika, Herero-Aufstand

Wer sich für die Vorgeschichte zum Völkermord an den Herero und Nama interessiert, der kann bei Wikipedia über die regionale Inbesitznahme des heutigen Namibias nachlesen.

Kurz zusammengefasst hatte das "Deutsche Reich", wie alle anderen Kolonialmächte der damligen Zeit, die Auffassung vertreten mal etwas in der Weltgeschichte rumzufahren und die Länder der "wunderbaren Neger" etwas auszubeuten. So kamen deutsche Siedler 1883 ins Land der Herero und Nama, kauften etwas Land und übernahmen es dann dank deutscher Kanonenboote einfach komplett und tauften es dann in "Deutsch-Südwestafrika" um. Die "wunderbaren Neger" durften dann für die Besatzer arbeiten und schuften.

Im März des Jahres 1904 wagten es dann ca. 6'000 bewaffnete Hereros sich gegen die Besatzer, die ihnen Land und Vieh raubten, zur Wehr zu setzen. 123 Siedler und Soldaten wurden dabei getötet. Frauen und Kinder wurden verschont. Der deutsche Gouverneur von "Deutsch-Südwestafrika" forderte daraufhin beim Deutschen Reich Unterstützung an. Kaiser Wilhelm II. schickte sodann Soldaten, Artillerie und technisches Militärequipment nach "Deutsch-Südwestafrika". Natürlich wurden nur die besten, skrupellosesten und erfahrensten Soldaten, die das Deutsche Reich zu dem damaligen zur Verfügung hatte, nach Afrika geschickt.

Im September hatten die technisch überlegen Deutschen dann die Hereros samt Familien und Vieh, ca. 40'000 Personen (andere Quellen gehen von 65'000 Personen aus), von denen lediglich 6'000 bewaffnet waren, soweit das man diese am Waterberg eingekesselt hatte. Die Belagerung dauerte bis zum 02.10.1904. Man ließ den Hereros lediglich eine Möglichkeit zu entkommen und zwar den "Ausweg" durch die Kalahari-Wüste. Ca. 40'000 Personen, Frauen, Kinder, Alte und Schwache sollten ihr Glück in und durch die Wüste versuchen. Ein Todesmarsch. Bevor die Hereros jedoch losmarschierten mussten, verlas der kommandierende General "von Trotha" einen Brief an das Volk der Hereros, seinen berüchtigten "Schießbefehl". Die Highlights aus dem Brief:

"In den Grenzen des deutschen Reiches wird jeder Herero erschossen, egal ob mit oder ohne Gewehr. Ich nehme keine Weiber und keine Kinder mehr auf. Treibet sie zu ihrem Volk zurück oder lasst auch auf die Frauen und Kinder schießen. (...)"

Dieser Brief geht als Vernichtungsbefehl in die Geschichte ein. Ein komplettes Volk dem gnadenlosen Hunger und Durst ausgeliefert. Nachdem man mit den Hereros fertig war machte man sich dann auf gegen die Namas, die zur Familie der Hottentotten gehören, in den Krieg zu ziehen.

Hier können sie sich einen aktuellen Eindruck von den geografischen Verhältnissen machen.

Das ist alles nun über 100 Jahre her und die Opfervertretungen der Hereros und der Namas suchten immer wieder das Gespräch mit der deutschen Regierung, damit das Geschehene als Genozid anerkannt wird und Verhandlungen über Reparationen anfangen können. Die juristische Vertretung der Opfervertretungen führt die "Anwaltskanzlei Doughty Street Chambers" mit Sitz in London und New York, diese hatte bereits die Opfervertretungen der britischen Kolonialverbrechen in Kenia erfolgreich vertreten. Die "Anwaltskanzlei Doughty Street Chambers" hatte als letzte Frist, vor einer Klage den 01.05.2016 gesetzt. Diese Frist verstrich fruchtlos, sodass am 20.05.2016 bekanntgegeben wurde, dass Deutschland vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag verklagt werden wird.

Seid 2007 gab es bereits 5 Anträge im Bundestag die Verbrechen an den Hereros und Namas als Völkermord anzuerkennen. Allerdings wurde das immer wieder mit der Begründung abgewehrt, dass die Rechtsnorm des Völkermordes erst im Jahre 1948 geschaffen wurde, so dass ein Rückbezug nicht möglich sei und Rechtsansprüche daraus nicht hergeleitet werden können. Sehr eloquent wird das von Dr. Egon Jüttner, MdB, vorgetragen. Das Video mit seinem Statement kann man sich hier ansehen, ab 2:30 - bis 2:43.

Im Jahre 2004 hatte Frau Heidemarie Wieczorek-Zeul bei einem Interview die Hereros um Entschuldigung für die Verbrechen gebeten, allerdings natürlich ohne die Annahme einer Rechtspflicht. Ihr Interview wurde dann seitens des CDU Politikers Dr. Christian Ruck folgendermaßen kommentiert: "Ein teurer Gefühlsausbruch. Klagen in Milliardenhöhe gegen Deutschland sollte keine unnötige Munition geliefert werden."

Am 08.06.2015 gab der Bundestagspräsident des Bundestags ein Interview mit folgender Aussage: „An den heutigen Maßstäben des Völkerrechts gemessen war die Niederschlagung des Herero-Aufstandes ein Völkermord.“ Norbert Lammert in „Die Zeit“

Noch am 14. Oktober 2015 wurde im Bundestag der Antrag auf Anerkennung der Völkermordes folgendermaßen behandelt:
"Beratungsverlauf und Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss. Der Auswärtige Ausschuss hat den Antrag auf Drucksache 18/5385 in seiner 50. Sitzung am 14. Oktober 2015  beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen der  CDU/CSU und SPD gegen die Stimmen der Fraktion  BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei Stimmenthaltung der Fraktion DIE LINKE. die Ablehnung."

Wie vor diesem Hintergrund der Bundestag am 02.06.2016 die Verbrechen an den Armeniern fast einstimmig zum Völkermord erklären konntet, erschließt sich wie genau?

 


 

Medien

Deutsche Kolonien - Afrika brennt Teil 1 Doku Channel
Letzte Änderung amMontag, 06 Juni 2016 11:52
Ali Tanz

Ali Tanz ist ein Künstlername.
Der oder die Künstler(in) haben einen Gemeinhaltungsvertrag mit dem Verlag Hameln CityNews UG (haftungsbeschränkt)

Webseite: www.alitanz.de E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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Herero Nama Völkermord in der Presse

Herero und Nama Völkermord auf Twitter

Mit freundlicher Unterstützung von Remziaru
Remziaru
Remziaru Was genau leugnet Erdoğan? Den Völkermord an Herero? Oder die Mio Tote im Kongo? Oder Algerien?
11:10PM May 15
Remziaru
Remziaru ist in Deutschland nicht nötig. Die 3 Herero hatten ja auch keine aus TR gelieferten Kriegswaffen bei sich.
08:26PM Jul 05
Remziaru
Remziaru Mir hat der Herero Chef etwas anderes erzählt. Budget: null! Recherche ganz ohne Journalistendarsteller problemlos möglich.
07:37PM Jul 05
Remziaru
Remziaru Bin immer noch tiefenentspannt. Die Herero durften übrigens NICHT demonstrieren ;-) pic.twitter.com/lqu2da52i4
07:25PM Jul 05
Remziaru
Remziaru bin weder Gezi noch Herero. Direkt fragen!
12:36PM Jul 04