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„Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe”

Gedenkstunde am Freitag in der Krypta der Münsterkirche


Hameln. Das Thema bleibt hochaktuell: Noch immer wird in vielen Ländern der Erde die Todesstrafe vollstreckt. In der Türkei gibt es aktuell sogar Bestrebungen, die Todesstrafe wieder einzuführen. In Hameln wird am Freitag, 30. November, um 18 Uhr ein Zeichen gegen die Todesstrafe gesetzt. Die Hamelner Ortsgruppe von Amnesty International hat eine Gedenkveranstaltung in der Krypta der Münsterkirche vorbereitet. Dazu sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen. Das Münster wird an diesem Abend wieder grün angestrahlt – als Symbol der Hoffnung.

„Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe”: So heißt das Netzwerk, das sich im Jahr 2002 gebildet hat. Hameln ist seit 2008 mit dabei und beteiligt sich seitdem an den jährlichen Aktionstagen. In diesem Jahr werden Bürgermeister Gerhard Paschwitz und ein Vertreter der Kirchen Ansprachen halten. Gabriele  Lösekrug-Möller wird zur Situation in China sprechen. Außerdem sind musikalische Beiträge geplant.

Seit Beginn der weltweiten Kampagne im Jahr 2002 wurde in über hundert Ländern zu Aktionen, Projekten und Veranstaltungen aufgerufen, um für die Achtung des Lebens zu sensibilisieren. Der internationale Tag „Cities for Life” am 30. November ist nach Veranstalterangaben die weltweit größte Mobilisierung von Städten und Bürgern für Menschlichkeit und Achtung der Menschenrechte. In Deutschland haben sich in den vergangenen 17 Jahren ca. 250 Städte mit Veranstaltungen an dem  Aktionstag beteiligt, darunter viele Großstädte wie Berlin, Hamburg, Stuttgart, Bremen, Köln, Leipzig und Hannover.

Mittlerweile haben 140 Staaten der Erde die Todesstrafe ganz abgeschafft oder wenden sie in der Praxis nicht mehr an, nur eine Minderheit von 58 Staaten übt diese Praxis noch aus. Diese Tendenz hin zur Abschaffung der Todesstrafe setzt sich nach Informationen von Amnesty International vor allem auch in Afrika fort, wo in diesem Jahr Burkina Faso diese Strafe abgeschafft hat. Der US-Bundesstaat Washington ist nach der Entscheidung des Obersten Gerichts vor wenigen Wochen der 20. Bundesstaat der USA ohne Todesstrafe geworden.

Leider bleiben aber besorgniserregende Nachrichten nicht aus. Insbesondere aus den Krisengebieten des Nahen Ostens werden laut Amnesty International steigende Vollstreckungszahlen gemeldet. „Daher bleibt der globale Einsatz für eine Kultur des Lebens weiter dringend erforderlich“, heißt es von Seiten der Gemeinschaft Sant’Egidio. Diese christliche Laienbewegung mit über 70.000 Mitgliedern in 74 Ländern der Welt engagiert sich unter Beteiligung zahlreicher Organisationen im Kampf gegen die Todesstrafe und hat die Aktion „Cities for life – Städte für das Leben“ gegründet.

Der 30. November wurde für den Aktionstag gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte. Mitglieder von Sant’Egidio pflegen weltweit Hunderte von persönlichen Brieffreundschaften mit Todeskandidaten und unterstützen viele im persönlichen Einsatz.

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