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„Wir hätten das niemals erlaubt“ - Schäden am Schweineberg

Erhebliche Schäden am Schweineberg/Forstamt stoppt Arbeiten Stadt Hameln Erhebliche Schäden am Schweineberg/Forstamt stoppt Arbeiten
Erhebliche Schäden am Schweineberg/Forstamt stoppt Arbeiten

Hameln (wa). Tiefe Fahrspuren im Waldboden und teilweise offen liegende Märzenbecherzwiebeln – die Schäden, die ein Forstunternehmen am Schweineberg angerichtet hat, sind aus Sicht der Stadt „beträchtlich“. Forstamtsleiter Ottmar Heise ist verärgert: „Wir hätten die Arbeiten bei dieser Witterung niemals erlaubt.“ Das beauftragte Unternehmen habe eigenmächtig gehandelt. Das städtische Forstamt hat die Arbeiten in der vergangenen Woche sofort stoppen lassen. Das Unternehmen und die Stadt bemühen sich nun laut Aussage aus dem Rathaus, den Schaden einzugrenzen.

Die Märzenbecher am Schweineberg sind alljährlich im Frühjahr das Ziel Hunderter Besucher, die sich das größte Vorkommen der Frühblüher nördlich der Mainlinie anschauen möchten. Das Naturerlebnis dürfte in diesem Jahr ein wenig getrübt sein: An den Rändern der Wanderwege, besonders auch in den Randbereichen des Kammweges, sind teilweise tiefe Spuren zu sehen, die das schwere Forstgerät hinterlassen hat. Zum Glück, so Heise, sei das Märzenbecher-Kerngebiet nicht angetastet worden. Die Waldarbeiter des beauftragten Unternehmens hätten die „Rückegassen“ (das sind die Wege, über die das Holz abtransportiert wird) in diesem Bereich nicht befahren.

Das Areal steht bereits seit 1947 unter Naturschutz. Jedoch seien normale Forstarbeiten, die nach Aussage der Stadt etwa alle sieben Jahre anstehen, am Schweineberg zugelassen. „Die Arbeiten sind nötig, um seltenere Baumarten wie Esche, Ahorn und Kirsche zu fördern“, erläutert Heise. So würden Buchen, die andere Baumarten bedrängen, herausgenommen und größere Buchen mit guter Stammqualität freigestellt.

Was nach Routine klingt, ist nach Angaben aus dem Rathaus „gehörig aus dem Ruder gelaufen“. Das Forstamt habe bereits im Rahmen der Ausschreibung der Arbeiten explizit darauf hingewiesen, dass Rückearbeiten (also die Bewegung von Baumstämmen u. a. mit schweren Maschinen) in Schlechtwetterperioden nur nach Absprache begonnen werden dürften. „Daran hat sich das beauftragte Unternehmen nicht gehalten“, moniert Heise. Nicht ohne Grund habe das Forstamt bereits im Vorfeld auf die Problematik hingewiesen: Bei mildem, regnerischem Wetter graben sich Forstmaschinen tief in den Boden ein. Nur bei stärkerem Frost und gefrorenem Waldboden sei es möglich, größere Verletzungen des Waldbodens zu vermeiden.

Daher sollte das beauftragte Forstunternehmen nach Darstellung der Stadt die Arbeiten am Schweineberg schonend und nur von den befahrbaren Hauptwegen aus durchführen – die Arbeiten im Bestand sollten erst bei günstigerer Witterung erfolgen. „Es ist bitter zu sehen, dass diese Vorgaben missachtet wurden“, sagt der Forstamtsleiter.

Als Sofortmaßnahme sollen nun die offen liegenden Märzenbecherzwiebeln im Bereich des Kammweges  per Hand wieder in den Waldboden gesteckt werden. Außerdem hat Ottmar Heise das beauftragte Forstunternehmen angewiesen, die gefällten Stämme zunächst an Ort und Stelle zu belassen. „Alles andere würde die Schäden noch vergrößern.“ Die verschlammten Waldwege hat das Unternehmen inzwischen wieder provisorisch instandgesetzt.  

Die Stadt will den Bereich Schweineberg nun noch stärker schützen. „Wir werden die  veraltete Schutzgebietsverordnung auf den Prüfstand stellen“, kündigt Stadtbaurat Hermann Aden an.

1 Kommentar

  • J.-O. Broksche
    J.-O. Broksche Donnerstag, 15. März 2018 14:01 Kommentar-Link

    Damit die Verursacher überhaupt einmal verstehen, was sie da mit ihrem geist- und verstandlosen Tun anstellten, sollten sie quasi als Bildungsmaßnahme den zerstörten Waldboden incl. aller Pflanzen, wieder so herstellen, wie er zuvor war — und zwar in reiner Handarbeit (falls diese noch wissen, was das ist; und wenn nicht, dann lernen sie es dadurch wieder)! Also: Boden auffüllen, begradigen sowie alle noch lebenden Pflanzen, eine nach der anderen, sorgsam wieder in den Boden setzen; Tag für Tag, bis es dann endlich erledigt ist! Danach dürfte wohl deren Geist etwas gereifter sein.

    Wir kommen also nicht mehr nach Hameln. Wir wollen uns das Elend nicht antun.

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